In der modernen Frauenheilkunde werden die meisten Eingriffe „minimal-invasiv“ durchgeführt. Verstehen einige darunter eine Operation per Bauchspiegelung, kann man den Begriff auch umfassender verstehen: nämlich die Begrenzung der Operation auf das Wesentliche. Für uns ist es wichtige, den notwendigen operativen Eingriff gemeinsam mit den Wünschen und den Vorstellungen der Patientin abzugleichen und den Erwartungen entsprechend umzusetzen.
Wir sind dazu in der Lage, weil wir sämtliche Operationsmethoden sicher beherrschen. Ob wir diese Operationen per Bauchspiegelung (minimal-invasiv, MIC), durch die Scheide (vaginal) oder am offenen Bauch (abdominal) durchführen, hängt von jedem Einzelfall ab. Das wird mit Ihnen in einem ausführlichen Vorgespräch gemeinsam entschieden.

Myome

Sind meist gutartige Knoten, die sich an der Gebärmutter bilden. Die Maßgabe, etwas zu unternehmen, hängt von Ihren Beschwerden ab. Je nach der Lage der Knoten, werden sie durch die Scheide, per Bauchspiegelung oder Bauchschnitt entfernt. Die Operation kann sich nur auf die Entfernung der Knoten beschränken, um die Gebärmutter als solche zu erhalten (bei weiterhin bestehendem Kinderwunsch, oder weil man sie einfach behalten möchte). Eine andere Maßnahme kann darin bestehen, den Gebärmutterkörper mit seinen Myomen zu entfernen und den Gebärmutterhals zu erhalten. Das macht die Operation einfacher. Sie erholen sich deutlich schneller. Ein wichtiger Grund besteht im sexuellen Empfinden. Die Innervation wird nicht beeinträchtigt und die Wahrnehmung beim sexuellen Akt ändert sich nur gering. Ob das für Sie wichtig ist, können nur Sie selbst herausfinden, indem Sie darauf achten, ob das tiefe Eindringen für Sie von Bedeutung ist. Ist es das, sollte der Gebärmutterhals erhalten bleiben.
Ferner ist es wichtig zu wissen, ob gegebenenfalls keine Blutung (null) und keine Schmerzen (null) auftreten sollen. Dann sollte die gesamte Gebärmutter entfernt werden.

Abklärung von Unterbauchschmerzen

Für Unterbauchschmerzen kann es viele verschiedene Gründe geben. Für einen Menschen ist es wesentlich, wie oft Schmerzen vorkommen und wie sehr sie den Alltag bestimmen. Eine Bauchspiegelung verfolgt zwei Ziele. Erstens kann die Frage beantwortet werden, ob es Gründe im Bauchraum gibt, die diese Schmerzen erklären können (diagnostisch), gleichzeitig kann auch eine Therapie erfolgen, indem beispielsweise Endometrioseherde oder Verwachsungen gelöst werden können (therapeutisch).

Dysplasiesprechstunde

Mit Einführung der Gebärmutterhalskrebs-Impfung (HPV) nimmt die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs stetig ab. Noch vor wenigen Jahrzehnten führte Gebärmutterhalskrebs zu einem frühen Tod junger Frauen. Mit Einführung der
Krebsvorsorgeuntersuchung konnte die Häufigkeit stetig zurückgedrängt werden. In der Dysplasiesprechstunde werden Frauen untersucht, bei denen die Krebsvorsorgeuntersuchung auffällig gewesen ist. Damit ist nicht notwendigerweise ein Krebs diagnostiziert worden. Im Gegenteil, es dreht sich um die Frage, ob wirklich Vorstufen vorliegen oder nicht. Dazu wird der Gebärmutterhals mit optischen Vergrößerungseinrichtungen in der Sprechstunde untersucht.

Vulva-Sprechstunde

Mit dem Lauf des Lebens treten auch im Schambereich Veränderungen auf. Die Grenze zu bösartigen Veränderungen ist groß und der zeitliche Lauf ist lang. Die Behandlung von Veränderungen an den Schamlippen kann langwierig und mühsam sein. Umso wichtiger ist eine kontinuierliche Betreuung.

Endometriose

Häufig besteht bei einer entsprechenden Symptomatik der Verdacht auf Endometriose. Sie kann zu chronischen Schmerzen und unerfülltem Kinderwunsch führen. Sie ist letztlich nur durch eine Bauchspiegelung festzustellen (s.o.). Erst wenn wirklich eine Endometriose vorliegt, kann eine zielgerichtete Therapie beginnen. In einigen, wenigen Fällen sind weitere, gezielte Untersuchungen notwendig, die wir dann für Sie organisieren werden.

Onkologie

In der gynäkologischen Onkologie werden bösartige Veränderungen der Schamlippen, des Gebärmutterhalses, der Gebärmutter und der Eierstöcke behandelt. Nach der Diagnose bzw. dem sicheren Verdacht steht (je nach Philosophie) die operative Behandlung an. Sie kann sehr ausgedehnt sein. Uns ist es hierbei besonders wichtig, mit Ihnen das Ausmaß im Vorfeld gemeinsam zu besprechen, damit Sie den Umfang der Operation, bestens informiert, selbst bestimmen. Auf Ihren Wunsch hin bieten wir ebenfalls die Begrenzung der Operation auf Sentinel-Lymphknoten an. Auch die Möglichkeit einer HiPAC kann von Ihnen bei uns genutzt werden.

Eierstockzysten

Zysten an den Eierstöcken sind theoretisch einfach zu behandeln. Aber eben nur theoretisch. Jegliche Operation ist sorgfältig zu bedenken, denn je öfters operiert wird, desto weniger bleibt vom Eierstock übrig. Des Weiteren können Verwachsungen und Verklebungen entstehen, die zu dauerhaften Unterbauchschmerzen führen, die ihrerseits wieder weitere Operationen erforderlich machen; ein Teufelskreis. Veränderungen an den Eierstöcken kommen oft vor. Nach einer gewissen Beobachtungszeit führt manchmal kein Weg daran vorbei. Prämisse bei einem operativen Vorgehen ist der Erhalt des Eierstocks. Zudem darf eine Zyste nicht im Bauchraum platzen, denn ist sie bösartig, würde das Auslaufen des Inhalts den Krebs sofort im ganzen Bauchraum verteilen. So wird aus einer kleinen Sache eine herausfordernde Operation.

Sie sind bei uns in guten Händen…

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13.05.2022 akh-viersen-check-in-berufswelt

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