Herzseminar erklärt Ursachen und Behandlung

(v.l.) Oberarzt Rostom Gortamashvili, Dr. Andrea Marliani von der Deutschen Herzstiftung, Dr. Caspar Burkhard-Meier und Prof. Dr. Nicolas von Beckerath sprechen beim Herzseminar im AKH Viersen.
Wenn das Herz nicht mehr regelmäßig im Takt schlägt, spricht man von Herzrhythmusstörungen. Die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Es tritt so häufig auf, dass Mediziner von einer Volkskrankheit sprechen. Bleibt Vorhofflimmern unbehandelt, besteht die Gefahr eines Schlaganfalls und weiterer Komplikationen. Mit dem Herzseminar für Patienten und Angehörige zum Thema „Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern“ informiert das Allgemeine Krankenhaus Viersen am Mittwoch, 18. November, ab 17 Uhr über Ursachen, Vorbeugung und moderne Behandlungsmöglichkeiten und bietet Gelegenheit, direkt mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Mit dieser jährlichen Veranstaltung beteiligt sich die Klinik für Kardiologie und Angiologie des AKH in Kooperation mit der Kardiopraxis Viersen an der Aufklärungskampagne der Deutschen Herzstiftung, die jedes Jahr im November mit besonderen Veranstaltungen auf die Herzgesundheit aufmerksam macht.
Gerade beim ersten Auftreten löst Vorhofflimmern bei vielen Menschen Angst und Panik aus. Allerdings kann eine Vorhofflimmern-Attacke auch ganz unbemerkt verlaufen. Bei über der Hälfte der Patienten bleiben Symptome oder Beschwerden aus oder werden nicht wahrgenommen. Infolgedessen wird Vorhofflimmern häufig nur zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt – manchmal auch zu spät, nämlich erst dann, wenn es bereits zu einem Schlaganfall gekommen ist. Es gibt kaum eine Herzrhythmusstörung, für die so viele Ursachen bekannt sind wie für Vorhofflimmern: Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzschwäche, Herzmuskelerkrankungen, Herzklappenfehler, aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus und deutliches Übergewicht.
Die Krankheit kann Betroffene und ihre Angehörigen häufig vor viele Fragen stellen: Wie entsteht die Erkrankung? Wie lässt sie sich erkennen und behandeln? Und welche Möglichkeiten gibt es, wenn eine Behandlung mit Blutverdünnern nicht vertragen wird? Antworten auf diese und weitere Fragen geben zwei Experten in ihren Vorträgen. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. med. Nicolas von Beckerath, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, spricht Dr. Caspar Burkhard-Meier von der Kardiopraxis über die Entstehung, Vorbeugung und Behandlung der Krankheit, der Oberarzt am AKH, Rostom Gortamashvili, stellt ein neues Therapieverfahren zum Verschluss des linken Vorhofohrs als Alternative zur Medikamenteneinnahme vor. Die Teilnehmenden können sich jederzeit mit Fragen einbringen. Besonders anschaulich wird es, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Herzkatheterlabors verschiedene Materialien und Geräte, die in der modernen Kardiologie zum Einsatz kommen – darunter Defibrillatoren, Schrittmacher, Katheter, Ballons und Stents – demonstrieren. Im Anschluss besteht bei einem Imbiss die Möglichkeit zum informellen Austausch mit den Referentinnen und Referenten sowie anderen Teilnehmenden.
Die kostenlose Veranstaltung findet im Bistro La Vie des AKH, Hoserkirchweg 63, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.