Reanimation kann jeder

Die Ärzte und Pflegekräfte des AKH machten aus dem Vorplatz der Sparkasse einen mobilen Trainigsort für Erste-Hilfe-Maßnahmen und stellten das neue Rettungsfahrzeug EMCO112 vor. Foto: AKH Viersen
Wie wichtig schnelles und richtiges Handeln bei einem Herzstillstand ist, zeigte der Aktionstag „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH). Anlässlich der deutschlandweiten „Woche der Wiederbelebung“ informierten Ärzte und Pflegekräfte gemeinsam mit der Feuerwehr Viersen über die wichtigsten Maßnahmen im Notfall und luden Passanten zu kostenlosen praktischen Reanimationstrainings ein. Der Vorplatz der Sparkasse an der Hauptstraße wurde dabei zum mobilen Trainingsort.
Viele kamen auf die Experten zu und gestanden, dass der letzte Erste-Hilfe-Kurs „schon ein bisschen her ist“ und eine Auffrischung deswegen dringend nötig sei. Unter der Anleitung der Ärzte konnten die Interessierten an Reanimationspuppen – Matten waren dafür ausgelegt – selbst ausprobieren, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird und worauf es im Ernstfall ankommt. „Ich habe es nochmal getestet und würde immer meine Hilfe anbieten“, sagte Ralf Loberg.
„Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen – daher ist es wichtig, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“, betonte der Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Dr. Frank Schleibach. Entscheidend sei, nicht abzuwarten, sondern unmittelbar zu handeln und über den Notruf 112 professionelle Hilfe zu alarmieren. Bis der Rettungsdienst eintrifft, kann jeder mit Wiederbelebungsmaßnahmen entscheidend dazu beitragen, die Überlebenschancen des Betroffenen zu verbessern. Die Wiederbelebung folgt der Leitformel „prüfen, rufen, drücken“: Prüfen, ob der Betroffene atmet, den Rettungsdienst mit der Notrufnummer 112 alarmieren und mit der Herzdruckmassage beginnen. Fest und schnell mit einer Frequenz von 100 bis 120 Druckstößen pro Minute.
Ein weiterer Blickfang des Aktionstages war das neue Rettungsfahrzeug ECMO112. Das vom Kreis Viersen dem AKH zur Verfügung gestellte Spezialfahrzeug ist mit einer mobilen Herz-Lungen-Maschine ausgestattet. Die sogenannte ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) kann bei bestimmten schweren Krankheitsbildern die Funktion von Herz und Lunge teilweise oder vollständig unterstützen. Hierbei handelt es sich um eine zukunftsweisende Kooperation zwischen dem Kreis Viersen und dem AKH, mit dem Ziel, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. „Wir möchten mit diesem Projekt zeigen, welche Möglichkeiten die moderne Notfallmedizin heute bietet“, erklärte Dr. Frank Schleibach. Das Fahrzeug wird bei speziellen Einsatzlagen über die Kreisleitstelle alarmiert und ergänzt damit die bestehenden Strukturen der Notfallversorgung im Kreis Viersen.
Der Aktionstag war ein großer Erfolg und die Botschaft ist angekommen: Reanimation ist einfacher, als viele denken – und jeder kann helfen. (29. September 2026)