Wo früher Patientinnen und Patienten behandelt wurden, wird künftig gelernt: Mit der Fertigstellung des neuen Schulgebäudes auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses St. Cornelius in Dülken erhält die Pflegeausbildung im Kreis Viersen einen neuen zentralen Standort. Die Gesellschafter der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe (AGP) trafen sich jetzt zur Schlüsselübergabe an die Schule.
Das Allgemeine Krankenhaus Viersen (AKH) hat als Bauherr mehr als 3,5 Millionen Euro in die Sanierung und den Umbau des Gebäudeteils investiert, der Umbau hat insgesamt ca. 6,3 Millionen Euro gekostet. Die Finanzierung war nur durch einen gemeinsamen Kraftakt mit der AGP zu stemmen: Diese hat selbst 1,8 Millionen Euro Eigenmittel und rund 1 Million Euro Landesfördermittel mit in den Bau eingebracht. Innerhalb von 13 Monaten wurde der ehemalige Funktionstrakt des Krankenhauses grundlegend modernisiert. Der Bau ist nun fertig: Entstanden sind helle und zeitgemäß ausgestattete Unterrichtsräume, in denen künftig bis zu 350 Auszubildende lernen können. Die ersten Schülerinnen und Schüler sollen ab Mitte Oktober den Unterricht in den neuen Räumen aufnehmen. Die AGP wechselt somit von den drei Standorten mit bisherigem Hauptsitz am Kränkelsweg an die Heesstraße 26.
Für den Geschäftsführer des AKH, Dr. Thomas Axer, der gemeinsam mit Thomas Becker und Christian Schrödter auch die Geschäftsführung der APG innehat, ist die Fertigstellung mehr als ein Bauprojekt. „Nun haben wir unser Ziel, die Ausbildung von Pflegefachkräften im Kreis Viersen an einem zentralen Ort anzusiedeln, erreicht“, sagt Axer. Damit sollen nicht nur die organisatorischen Abläufe innerhalb der AGP verbessert, sondern auch die Bedeutung der eigenen Ausbildung und die in der Region gestärkt werden.
Der neue Bildungsstandort steht zugleich für einen neuen Abschnitt in der Geschichte des ehemaligen Krankenhauses. Nach der Schließung des St. Cornelius war über Jahre nach einer sinnvollen Perspektive für die Immobilie gesucht worden. Nun erhält ein Teil des Gebäudes eine neue Funktion: Aus einem ehemaligen Klinikstandort wurde ein Ausbildungszentrum für die Fachkräfte von morgen, die im Gesundheits- und Pflegebereich dringend gebraucht werden. Das AKH investiert damit auch in die eigene Zukunft. „Gut ausgebildete Pflegefachkräfte werden angesichts des wachsenden Personalbedarfs im Gesundheitswesen immer wichtiger“, sagt Axer. Mit dem neuen Schulstandort schaffe das Krankenhaus dafür sowohl die räumlichen als auch die personellen Voraussetzungen.
Viel Wert wurde bei der Sanierung auf eine zeitgemäße und nachhaltige Ausstattung gelegt. Die mehr als 60 Quadratmeter großen Klassenräume verfügen über Smartboards und moderne Medientechnik. Die Fenster wurden mit Dreifachverglasung ausgeführt, die Dämmung verbessert und eine Wärmepumpe zur Wärmeversorgung installiert. Präsenzmelder sorgen dafür, dass die Beleuchtung nur dann eingeschaltet wird, wenn sich tatsächlich Menschen in den Räumen aufhalten.
Das Gebäude bietet darüber hinaus noch weiteres Potenzial: Im Erdgeschoss steht derzeit noch eine rund 250 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. Sie war ursprünglich für eine Physiotherapie-Schule vorgesehen und könnte künftig ebenfalls für Ausbildungszwecke genutzt werden. Die Entwicklung des ehemaligen Krankenhausstandorts ist also noch nicht abgeschlossen. (12.10.2026)

(v.l.) Zur Schlüsselübergabe trafen sich jetzt Thomas Becker und Dr. Conrad Middendorf, Geschäfts-führer des St. Irmgardis Krankenhauses, Ilona Thelen, Leiterin der APG, Kim-Holger Kreft und Dr. Thomas Axer, Geschäftsführer des AKH, Christian Schrödter und Ulrich Krause, Vorstände des Cari-tasverbands für die Region Kempen-Viersen. Foto: AKH Viersen