Dr. Friebe | AKH Viersen

Regelmäßiger Stuhlgang gehört zur Gesundheit. Die Beschaffenheit des Fäzes, so der medizinische Begriff für Kot, sagt sogar etwas über die Gesundheit aus. Deswegen ist der Austausch über sogenannte Stuhlauffälligkeiten, also Abweichungen von der Norm, ein Anliegen von Dr. Mathias Friebe, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am AKH Viersen. In seinem Vortrag „Zu fest – zu flüssig? – Stuhlauffälligkeiten sind für uns kein Tabu“ möchte er für Veränderungen des Stuhls sensibilisieren und vermitteln, was „normal“ ist und wann ein Besuch beim Arzt sinnvoll ist.

Der Stuhl sollte geformt, aber nicht zu hart und nicht flüssig sein. Stuhlgang von drei Mal in der Woche bis drei Mal am Tag gelten als normal, ebenso eine Farbe von hell bis dunkelbraun. Abweichungen können mit der Nahrung zusammenhängen, können aber (wie bei schwarzem oder blutigem Stuhl) auch krankhafte Ursachen haben. Um Veränderungen rechtzeitig zu bemerken, rät der Experte zur Selbstbeobachtung, denn breite Schwankungen bezüglich Häufigkeit und Form können ein Alarmsignal sein. Ein Durchfall kann durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, Stress oder auch Medikamente ausgelöst werden. Diese Ursachen lassen sich oft schnell wieder ins Gleichgewicht bringen. Steckt eine Magen-Darm-Infektion dahinter, ausgelöst durch Viren (wie Noro- oder Rotaviren) oder Bakterien (wie Salmonellen) ist oft ein Krankenhausaufenthalt nötig, da der extreme Flüssigkeitsverlust zu Dehydration führt. Länger anhaltender Durchfall kann ein en Anzeichen für eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Reizdarm-Syndrom, Morbus Crohn der Colitus ulcerosa sein.

Ähnlich verhält es sich mit Verstopfung. Tritt sie nur kurzzeitig durch zu geringe Flüssigkeitszufuhr, mangelnde Bewegung oder ballaststoffarme Ernährung auf, lässt sich das wieder ausgleichen.  Ein chronischer Verlauf dagegen kann durch einen Darmverschluss oder Exkremente im Bauchraum lebensbedrohlich werden.

Menschen mit Alarmzeichen sollten laut Dr. Friebe wachsam sein und keine falsche Scheu haben, einen Arzt aufzusuchen. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung, auch für Menschen ohne Stuhlauffälligkeiten, gehöre zur Selbstfürsorge und beuge langfristig gesehen der Entwicklung chronischer Erkrankungen vor. (31.08.2026)

Referent: Dr. Mathias Friebe
Wann: am Donnerstag, 10. September, um 17 Uhr
Wo: AKH Viersen, Hoserkirchweg 63, in Konferenzraum II

Der Vortrag ist kostenlos und ohne Anmeldung zu besuchen.

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