Gesunde Gefäße durch gesunde Lebensweise

Allein in Deutschland sind etwa fünf Millionen Menschen von einer koronaren Herzkrankheit (KHK) betroffen, 120.000 sterben jährlich daran. Typisch für die KHK ist die Verkalkung der Herzkranzgefäße, medizinisch auch Arteriosklerose genannt. Die Blutgefäße, die das Herz umgeben und mit Blut versorgen, werden durch Ablagerungen (Plaques) verengt und teilweise verschlossen. Diese Symptome erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Deutsche Herzstiftung nimmt in diesem Jahr zu ihren Herzwochen die KHK besonders in den Fokus. Auch das Allgemein Krankenhaus Viersen (AKH) beteiligte sich wieder an der Aktion. Bei einem Vortragsabend beleuchteten Dr. Caspar Burkhard-Meier von der Kardiopraxis Viersen und Rostom Gortamashvili, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Angiologie des AKH, besonders die Aspekte der Prävention, Diagnose und Therapie. Der Chefarzt der Kardiologie, Prof. Dr. Nicolas von Beckerath, führte in das Thema ein und begrüßte die zahlreichen Zuhörer.

Herzseminar 2025 im AKH

(v.l.) Oberarzt Rostom Gortamashvili, Dr. Andrea Marliani von der Deutschen Herzstiftung, Dr. Caspar Burkhard-Meier und Prof. Dr. Nicolas von Beckerath Foto: Angela Pontzen

„Gesünder leben heißt länger leben. Die beste Therapie ist Prävention“, sagt Dr. Caspar Burkhard-Meier, der sich in seinem Vortrag darauf konzentrierte, wie der Lebensstil die Gesundheit beeinflusst. Zu den klassischen fünf Risikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose zählen laut Burkhard-Meier und zahlreichen medizinischen Studien Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, erhöhtes Cholesterin und Diabetes mellitus. Das hohe Lebensalter sei in den vergangenen Jahren als weiterer Faktor hinzugekommen. „Die Ursachen, die zu den Risikofaktoren führen, sind zu 80 bis 90 Prozent auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen“, sagt der Experte und damit von jedem selbst zu steuern. Als ungesund bezeichnet er fettreiche, salzhaltige und fleischlastige Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und Stress. Habe man mit 50 Jahren die Risikofaktoren „im Griff“, lebe derjenige zehn Jahre länger als jemand mit Bluthochdruck, Übergewicht und erhöhtem Cholesterin. Kleine Veränderungen könnten teilweise eine große Wirkung haben: So senke beispielweise eine Gewichtsreduktion um fünf Kilogramm den Blutdruckwert um 4,4mm/Hg und verbessere die Glukosetoleranz erheblich. Auch wenn man mit 50 Jahren noch das Rauchen einstelle, habe das eine positive Auswirkung auf den Blutdruck.

Der Normalwert für den Blutdruck liege bei 120/70 in jedem Alter. Dass der Blutdruck im Alter höher sein dürfe, habe die Wissenschaft in jüngster Zeit revidiert. Dr. Caspar Burkhard-Meier machte mit seinem Vortag Mut dazu, gesund zu leben.

Wenn die Umstellung der Lebensweise nicht reicht und die Herzkranzgefäße durch Plaquesablagerungen die Durchblutung des Herzens bereits behindern sowie Schmerzen auftreten, sollte eine ausführliche und stufenweise Diagnostik im Krankenhaus durchgeführt werden. Oberarzt Rostom Gortamashvili stellte in seiner Übersicht die diagnostischen Möglichkeiten und Therapieformen vor. Je nach vermutetem Schweregrad der KHK wird mittels Computertomografie, einer Stress-Echokardiografie oder Stress-MRT oder einer Myokardszyintigrafie die Diagnose erstellt. So zeige das Stress-Echo das Nachlassen der Pumpkraft des Herzens unter Belastung in den Bereichen, in denen Engstellen in den Herzkranzgefäßen vorliegen, sagt Gortamashvili. Eine Myokardszintigraphie gebe Aufschluss über Durchblutungsstörungen oder Schädigungen des Herzmuskels. Je nach Befund werde zusammen mit dem Patienten eine geeignete Therapie besprochen.
In vielen Fällen ist das Einsetzen eines Stents (kleines Drahtgitterröhrchen) schon ausreichend, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten. Während einer Herzkatheteruntersuchung, bei der mit Kontrastmittel die verengte Arterie sichtbar gemacht wird, wird der Stent an die richtige Stelle platziert. Ballondehnungen erfolgen in der Regel vor und nach der Stentimplantation. Seien bei komplexer Erkrankung mehrere Herzkranzgefäße betroffen und oder hätten frühere Behandlungen mit einem Herzkatheter keinen dauerhaften Erfolg gebracht, könnten das Indikationen für eine Bypassoperation sein. „Eine Stentbehandlung weitet die Engstellen in den Herzkranzgefäßen auf, ein Bypass umgeht sie mit Gefäßen, die dem Körper an anderer Stelle entnommen werden“, erklärt Gortamashvili erklärt den Unterschied.

 

Aktuelles aus dem AKH Viersen

Alle Beiträge

Aktionstag des AKH Viersen vermittelt lebensrettendes Wissen

Wie wichtig schnelles und richtiges Handeln bei einem Herzstillstand ist, zeigte der Aktionstag „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“ des Allgemeinen Krankenhauses Viersen (AKH). Anlässlich der deutschlandweiten „Woche der Wiederbelebung“ informierten Ärzte und Pflegekräfte gemeinsam mit der Feuerwehr Viersen über die wichtigsten Maßnahmen im Notfall und luden Passanten zu kostenlosen praktischen Reanimationstrainings ein. Der Vorplatz der Sparkasse an der Hauptstraße wurde dabei zum mobilen Trainingsort.

10. Viersener Kardiologie Symposium im AKH

Im Zwei-Jahres-Rhythmus lädt der Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Prof. Dr. Nicolas von Beckerath, zum Viersener Kardiologie Symposium ein, nun zum zehnten Mal. Die Fachkolleginnen und -kollegen erwartete in der Cafeteria des AKH ein kompaktes Programm mit neun Vorträgen

Wenn der Darm aus dem Takt gerät

Regelmäßiger Stuhlgang gehört zur Gesundheit – doch darüber zu sprechen, ist oft ein Tabu. Dr. Mathias Friebe, Chefarzt der Gastroenterologie, nimmt bei Durchfall und Verstopfung kein Blatt vor den Mund und klärt über Auffälligkeiten und Veränderungen auf: Denn werden die Symptome chronisch, können sie durchaus lebensbedrohlich sein.

CA_Kardio_Nikolas-von-Beckerath-3-Farbe

10. Viersener Kardiologie Symposium

Zum zehnten Mal lädt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath zusammen mit den Kollegen der Kardiologischen Gemeinschaftspraxis Viersen zum Viersener Kardiologie Symposium ins AKH Viersen sein. Das Symposium richtet sich an Fachpublikum und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Weltstillwoche im AKH

Wir nehmen Ende September an der Weltstillwoche teil und haben ein buntes und informatives Programm für euch aufgelegt.

Divertikulitis verstehen – Chefärztin klärt über Erkrankung auf

Die Chefärztin der Allgemeinchirurgie am AKH Viersen, Prof. Dr. Nadja Lehwald-Tywuschik, stellt in ihrem Vortrag „Der Dickdarm in Not – Divertikulitis verständlich erklärt“ Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention vor. Der Zulauf zum Thema war groß, der Aufklärungsbedarf hoch.

Vortrag im AKH: Der Darm in Not – Divertikulitis verständlich erklärt

(14. 07.2026) Divertikulitis – wer an dieser Krankheit leider, kennt diesen Fachbegriff und weiß, mit welchen Schmerzen diese Erkrankung verbunden ist. Die Chefärztin der Allgemeinchirurgie, Prof. Dr. Nadja Lehwald-Tywuschik, erklärt in ihrem Vortrag verständlich Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.