Klinik für Kardiologie und Angiologie

Viersen – Langjährige Spezialisierung zahlt sich aus: Das Allgemeine Krankenhaus Viersen konnte im Oktober 2022 die 50.000ste Herzkatheter-Untersuchung vermelden. Die Zahl belegt eindrucksvoll, welche Erfahrung und Kompetenz die bereits seit dem Jahr 1994 am AKH etablierte interventionelle Kardiologie und die Klinik für Kardiologie und Angiologie unter der jetzigen Leitung von Prof. Dr. Beckerath aufweist. Ein weiterer Vorteil: Genau diese langjährige Spezialisierung soll durch die neue Krankenhausplanung des Landes NRW gefördert werden.

Die koronare Herzkrankheit ist die häufigste Herzerkrankung und in Deutschland eine der häufigsten Krankheiten überhaupt. Dank der Herzkatheter-Untersuchung ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie möglich. Im AKH Viersen hat sich seit dem Jahr 1994 eine überregional anerkannte invasive Kardiologie entwickelt, die mit zwei betriebenen Herzkathetermessplätzen, einer Rund-um-die-Uhr-Katheter Bereitschaft sowie einer zertifizierten Chest-Pain-Unit (Brustschmerz-Abteilung) den gesamten Kreis Viersen und angrenzende Regionen versorgt.

Bei den meisten Eingriffen handelt es sich um die Darstellung der Herzkranzgefäße durch die sogenannte Koronarangiographie sowie die Behandlung von Stenosen (Verengungen) und Verschlüssen der Herzkranzgefäße durch Ballondilatation und Stentimplantation. Zusätzlich werden aber auch Eingriffe durchgeführt, bei denen Herzrhythmusstörungen diagnostiziert und behandelt werden sowie Ballondehnungen und Stentimplantationen von Gefäßen außerhalb des Herzens vorgenommen. Zudem werden in großer Anzahl Herzschrittmacher implantiert.

Chefarzt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath ist stolz auf diese beeindruckende Zahl, die den riesigen Erfahrungsschatz des Teams aus Ärzten und Pflegepersonal nachweist. „Inzwischen führen wir etwa 1.600 Koronarangiographien, 800 Ballondehnungen mit Stentimplantation, 170 Schrittmacherimplantation, 70 Elektrophysiologische Untersuchungen mit Ablation und 60 angiologische Eingriffe im Jahr durch“, berichtet er. „Im ersten Jahr 1994 waren es fünf Patienten“, erinnert sich Barbara Vogel, Stellvertretende Pflegerische Leiterin, an die Anfangszeit vor vielen Jahren. 1997 wurden im AKH die ersten Stents gesetzt. Stents, die die Kardiologie revolutioniert haben, sind Gefäßstützen aus Metall, die nach einer Ballondehnung eingesetzt werden, um den langfristigen Erfolg der Dehnung zu sichern. Die heute verwendeten Stents bestehen aus sehr dünnen und sehr stabilen Metallstreben, die mit Medikamenten beschichtet sind, um eine Wiederverengung der Gefäße zu verhindern.

2010, mit der Übernahme der Klinik durch Prof. von Beckerath, gingen die Behandlungszahlen steil bergauf, so dass 2012 bereits ein zweites modernes volldigitales Herzkatheterlabor eröffnet wurde. Von Anfang an bestand eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten: Befunde werden gemeinsam besprochen und weitere Untersuchungen und Therapien in die Wege geleitet. Inzwischen gibt es auch niedergelassene Kardiologen, die eines der beiden Herzkatheterlabore für eigene Untersuchungen und Eingriffe nutzen. „Alle Beteiligten schätzen die Kooperation und die dadurch immer weiter wachsende gemeinsame Expertise“, so der Chefarzt.

Verengungen der Herzkranzgefäße kommen sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Menschen vor. Risikofaktoren wie hohes Cholesterin, Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und eine familiäre (genetische) Belastung spielen eine wichtige Rolle. „Die Wiedereröffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes beim akuten Herzinfarkt ist einer der dankbarsten Eingriffe, die wir in der Medizin durchführen können“, resümiert Prof. von Beckerath über die Arbeit im Herzkatheterlabor. „Wir retten damit Leben“.

Chefarzt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath, der Leitende Oberarzt Dr. med. Rainer Knur und die Stellvertretende Pflegerische Leiterin Barbara Vogel (von links) mit dem Patienten für die 50.000. Herzkatheter-Untersuchung im AKH Viersen.


Das Allgemeine Krankenhaus Viersen ist mit 315 Planbetten ausgestattet und behandelt jährlich rund 18.000 Patienten stationär sowie nahezu 30.000 Patienten ambulant. Mit seinen zwölf Fachabteilungen leistet es einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung im Kreis Viersen und darüber hinaus. Mit etwa 900 Mitarbeitern zählt das AKH zu den größten Arbeitgebern in Viersen.

Aktuelles aus dem AKH Viersen

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10. Viersener Kardiologie Symposium

Zum zehnten Mal lädt Prof. Dr. Nicolas von Beckerath zusammen mit den Kollegen der Kardiologischen Gemeinschaftspraxis Viersen zum Viersener Kardiologie Symposium ins AKH Viersen sein. Das Symposium richtet sich an Fachpublikum und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Weltstillwoche im AKH

Wir nehmen Ende September an der Weltstillwoche teil und haben ein buntes und informatives Programm für euch aufgelegt.

Divertikulitis verstehen – Chefärztin klärt über Erkrankung auf

Die Chefärztin der Allgemeinchirurgie am AKH Viersen, Prof. Dr. Nadja Lehwald-Tywuschik, stellt in ihrem Vortrag „Der Dickdarm in Not – Divertikulitis verständlich erklärt“ Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention vor. Der Zulauf zum Thema war groß, der Aufklärungsbedarf hoch.

Vortrag im AKH: Der Darm in Not – Divertikulitis verständlich erklärt

(14. 07.2026) Divertikulitis – wer an dieser Krankheit leider, kennt diesen Fachbegriff und weiß, mit welchen Schmerzen diese Erkrankung verbunden ist. Die Chefärztin der Allgemeinchirurgie, Prof. Dr. Nadja Lehwald-Tywuschik, erklärt in ihrem Vortrag verständlich Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen.

Das interdisziplinäre Team zur Behandlung von Inkontinenz: Dr. Asuncion Martin Delagdo, leitende Oberärztin der Gynäkologie, ihre Kollegin Cathrine Falck-Czabaun, Dr. Knut Franke, Chefarzt der Urologie, und Johannes Libam, Oberarzt in der Viszeral- und Allgemeinchirurgie.

Passgenaue Therapie bei Inkontinenz im AKH

(22. Juni 2026) Jährlich begeht die Deutsche Kontinenzgesellschaft die Weltkontinenzwoche. In diesem Jahr wurden vom 15. bis zum 21. Juni bundesweit Veranstaltungen angeboten, und das Allgemeine Krankenhaus Viersen beteiligte sich zum ersten Mal mit gleich zwei Angeboten an dieser Aktion. (apo)

(v.l.) Dr. Asuncion Martin Delgado, leitender Oberärztin in der Frauenheilkunde, Physiotherapeutin Sandra de Oliveira und Hebamme Monika Bauten.

Inkontinent? – Das AKH spricht darüber

(20. Mai 2026) Das Allgemeine Krankenhaus Viersen lädt im Juni wieder zu zwei Veranstaltungen zur Weltkontinenzwoche ein. In diesem Jahr neu gibt es speziell einen Abend für Schwangere. (apo)