Es war ein langer Weg, der nun mit dem dreitägigen großen Audit der Zertifizierungsgesellschaft ClarCert abgeschlossen ist: Ab jetzt darf sich das Allgemeine Krankenhaus Viersen „babyfreundlich“ nennen. Das offizielle Zertifikat wird nach der Dokumentation des Audits und eingehender Prüfung durch einen Ausschuss feierlich überreicht.

Die Stillbeauftragte des AKH, Anja Paschen, und das gesamte Team der Arbeitsgruppe BFHI (Babyfreundliche Krankenhausinitiative) rund um die Chefärzte der Geburtshilfe, Dr. Jens Pagels, und der Kinderklinik, PD Dr. Dirk Schramm, haben viele Monate gearbeitet und die Voraussetzungen geschaffen, um die strengen Kriterien der Zertifizierungsgesellschaft zu erfüllen. Die WHO und Unicef haben die nationalen Bewertungskriterien zur Anerkennung der Initiative „Babyfreundlich“ erstellt. Diese „globalen Kriterien“ umfassen die „Zehn Schritte für eine babyfreundliche Geburtsklinik“ und die Bestimmungen des „WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten“. Dabei orientieren sich die „Zehn Schritte“ an der gemeinsamen WHO/Unicef-Erklärung von 1989 über die Rolle des Gesundheitspersonals bei der Stillförderung, die auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand basieren. Nur wer alle Schritte einhält und umsetzt, erhält die Anerkennungsplakette.

„Wir freuen uns sehr, nun die Auszeichnung erhalten zu haben. Das hat für unsere jungen Mütter und ihr Neugeborenes eine optimale Stillförderung zur Folge – und das in einem strukturierten Ablauf“, sagt Dr. Jens Pagels. Denn das sei das Ziel: Alle Patientinnen der Klinik professionell und umfassend zur Stillförderung und zum Bonding zu beraten. In Zusammenarbeit mit dem Qualitätsmanagement des AKH hat Anja Paschen in den „Leitlinien zur Bindungs-, Entwicklungs- und Stillförderung“ alle organisatorischen und pflegerischen Strukturen sowie die Betreuungsprozesse der Schwangeren festgehalten. Alle haben sich verbindlich daran zu orientieren.

Ein Hauptaspekt des Zehn-Punkte-Katalogs ist selbstverständlich eine umfassende Beratung für ein entspanntes Stillen und eine reichliche Milchproduktion. Dazu werden alle Mitarbeitenden (Hebammen sowie Pflegekräfte, Pädiater und Gynäkologen), regelmäßig geschult. Alle am Betreuungsprozess Beteiligten sollen gezielt Anleitung geben können, auch damit die junge Familie die Signale ihres Kindes verstehen lernt.

Zu den zehn Schritten gehört auch, dass Mutter und Baby nach der Geburt ungestörten ausgiebigen Hautkontakt haben und von Anbeginn 24 Stunden täglich zusammen sind. Damit das Stillen erfolgreich ist, wird die Mutter über Anlegeregeln, Stillpositionen, Stillzeiten und die Gewinnung von Muttermilch per Hand informiert.

Damit Mütter auf das Stillen vorbereitet werden können, setzt die umfangreiche Beratung schon vor der Entbindung in den Geburtsvorbereitungsgesprächen und der Hebammensprechstunde an. Dort stellen die Hebammen vor allem die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind heraus: Muttermilch ist ideal auf die Ernährung des Kindes abgestimmt. Stillen stärkt die Mutter-Kind-Bindung und schützt den Säugling vor Infektionen. „Außerdem fühlt sich die Schwangere sicherer in der Entscheidung zu Stillen“, sagt Anja Paschen aus ihrer langjährigen Erfahrung. Schon während der Schwangerschaft erfährt die Mutter, wie das Kolostrum, die besonders wertvolle Vormilch, in der Schwangerschaft gewonnen werden kann und wie das Stillen von Zwillingen oder Frühchen gelingen kann.

Auch die Nachsorge ist Teil des Konzeptes, die über den Aufenthalt im Krankenhaus hinausgeht. Das AKH bietet ein umfangreiches Angebot mit den Kursen der Elternschule an. „Im Milchcafé zum Beispiel erhalten Mütter wichtige Informationen zum Stillen und zur Entwicklungsförderung des Kindes“, sagt Stillberaterin Anja Paschen.

Das Zertifikat ist drei Jahre gültig, danach wird durch eine sogenannte Rezertifizierung von ClarCert die Einhaltung der Standards erneut überprüft.

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