Klinik für Urologie als offizielles Rezum-Zentrum zertifiziert

Viersen – Kein chirurgischer Eingriff mit dem Skalpell, keine dauerhafte Nachbehandlung mit Medikamenten und nur äußerst selten eine Beeinträchtigung des Liebeslebens: Die sogenannte Rezum-Therapie hat viele Vorteile. Bereits seit fünf Jahren bietet die Klinik für Urologie im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen das besonders schonende Verfahren mit Wasserdampf bei der Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen an. Diese Expertise wurde nun mit der Zertifizierung als offizielles Rezum-Zentrum gewürdigt.

„In den vergangenen Jahren wurden am AKH Viersen über 400 Rezum-Behandlungen erfolgreich durchgeführt“, berichtet Dr. Raúl Felipe Serón Möller, Oberarzt der Klinik für Urologie. Damit zählt die Klinik zu einem der wenigen Krankenhäuser in ganz Deutschland, die eine so hohe Anzahl an Patienten behandelt haben und über dieses Ausmaß an Rezum-Expertise verfügen. Die hohe Patientenzufriedenheit sowie die exzellenten klinischen Ergebnisse führten zur offiziellen Anerkennung als zertifiziertes Rezum-ExpertenZentrum. Diese Erfahrung unterstreicht den praktischen Nutzen und die breite Anwendbarkeit des Verfahrens im klinischen Alltag.

Fast jeder zweite Mann ab 50 ist von der sogenannten benignen (gutartigen) Prostatahyperplasie (BPH) betroffen – Männer über 80 Jahren sogar zu 90 Prozent. Der Grund: Mit fortschreitendem Lebensalter vergrößert sich die Prostata und drückt auf die Harnröhre. Symptome sind häufiger und starker Harndrang sowie ein schwacher Harnstrahl. Unbehandelt kann die Vergrößerung zu Problemen an Harnblase und Nieren führen.

„Die Rezum-Therapie wird eingesetzt, um das gewucherte Prostatagewebe wieder zu verkleinern“, erklärt Chefarzt Dr. Knut Franke. Dabei wird ein sehr dünnes Kunststoffrohr mit Kamera in die Harnröhre eingeführt. Am Ende des Röhrchens wird für wenige Sekunden steriler Wasserdampf abgegeben, der das Gewebe schonend schrumpft. Das überschüssige Gewebe wird vom Körper
abgebaut, so dass der Patient bereits wenige Wochen nach dem Eingriff vom vollständigen Behandlungseffekt profitiert.

„Die Behandlung ist sehr schonend und kann sowohl in Narkose als auch in örtlicher Betäubung durchgeführt“, so der Chefarzt. Ein großer Vorteil, insbesondere für Patienten mit Vorerkrankungen. Weitere Medikamente sind nicht erforderlich. Bereits wenige Tage nach dem Eingriff kann der Patient wieder seinen normalen Alltag aufnehmen. Und noch ein entscheidender Vorteil: In
den allermeisten Fällen (95 Prozent) bleibt der normale Samenerguss erhalten, so dass das Verfahren auch für jüngere Patienten sehr gut geeignet ist.

Über die Zertifizierung der Klinik für Urologie des AKH Viersen als offizielles Rezum-Zentrum freuen sich von rechts: die Oberärzte Dr. Raúl Felipe Serón Möller und Dietmar Schmitz, Chefarzt Dr. Knut Franke, Oberarzt Mohamed Almontaser und Mamun Fazel, vom Zertifizierer Boston Scientific. Damit gehört die Klinik in Viersen zu den führenden Einrichtungen im Land, die diese Therapie routinemäßig anwenden.
Foto: Kaspar Müller-Bringmann / Abdruck honorarfrei


Das Allgemeine Krankenhaus Viersen ist mit 315 Planbetten ausgestattet und behandelt jährlich rund 19.000 Patienten stationär sowie nahezu 30.000 Patienten ambulant. Mit seinen zwölf Fachabteilungen leistet es einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung im Kreis Viersen und darüber hinaus. Mit etwa 900 Mitarbeitern zählt das AKH zu den größten Arbeitgebern in Viersen.

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